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Die Bundesagentur als Controlling-Vorbild

Dr. Frank-Jürgen Weise

Controlling ist eine Erfindung der Privatwirtschaft. Diese gibt schon seit langem den Ton an, wenn es um die Steuerung komplexer Organisationen geht. Solche gibt es zwar auch im öffentlichen Bereich, von der Bundeswehr über die Bundespolizei bis hin zur Bundesagentur für Arbeit – alle mit einer sechsstelligen Zahl von Mitarbeitern. Dennoch scheint deren Steuerung schon längst nicht mehr state of the art zu sein. Bürokratien gelten als langsam, kompliziert und ineffizient. Wer dort Controlling einführen will, muss sich auf einen langen, mühsamen Veränderungsprozess einstellen. Wer dort als Controller arbeitet, fühlt sich zuweilen als Missionar und/oder Entwicklungshelfer.

Wie bei jeder Regel gibt es aber auch hier Ausnahmen. Eine Behörde sticht hervor: Die bereits angesprochene Bundesagentur für Arbeit. Controlling ist hier seit Jahren fest verankert. Die BA wird an Zielen geführt, wie ein Unternehmen. Sie kombiniert dabei absolute und relative Ziele miteinander. Für letztere nutzt sie ihren Aufbau als ein „Filialbetrieb“; er ermöglicht es, aussagefähige Leistungsvergleiche zwischen Arbeitsagenturen vorzunehmen. Der gesamte Controlling-Prozess muss sich nicht hinter privatwirtschaftlichen Vorbildern verstecken. Controlling hat zudem viel dazu beigetragen, die Führungskultur tiefgehend zu verändern.

Einen wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hat der im April 2017 in Ruhestand getretene Chef der BA, Dr. Frank-Jürgen Weise, genommen, den ich vor seinem Ausscheiden interviewt habe. Das Interview endet mit der Frage, ob das erreichte hohe Niveau im Controlling mittlerweile so tief in der Organisation verankert ist, dass es den Weggang seines Promotors aushält. Die Antwort wirft Licht auf den Einfluss herausragender Akteure auf eine Organisation generell. Sie lautet: Im Prinzip ja, aber...

Das gesamte Interview mit Dr. Frank-Jürgen Weise in der Controlling & Management Review können Sie hier nachlesen.

Autor: Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber

 

 

 

 

 

Autor

Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber ist Direktor des Instituts für Management und Controlling (IMC) der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar. Im Rahmen seiner Forschungs­tätigkeit beschäftigt er sich mit der Untersuchung von organisationalen Veränderungs­prozessen und der Dynamik und Komplexität der Controllership.

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