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Der Druck auf die Profession steigt

Olaf Koch, Metro AG

Die METRO hatte in der Vergangenheit ein klassisches Controlling: die üblichen Planungsebenen, die üblichen Prozesse, das übliche Mind-Set. Einiges davon findet sich auch heute noch im Unternehmen und wird weiterhin gebraucht. Parallel wird es aber immer wichtiger, nach neuen Geschäften zu suchen, Veränderungen in den Märkten zu erkennen und darauf zu reagieren, ja selbst solche Veränderungen auszulösen. Und es wird eine viel aktivere Rolle von denen verlangt, die an den Veränderungen aus einer kaufmännischen Perspektive heraus mitwirken.

Bei der METRO hat sich dafür auch ein neuer Begriff gebildet, der des „Value-Creation-Planning“. Von der Grundidee ähnelt dies einem Private Equity-Ansatz. Nach der Überzeugung des CEOs Olaf Koch wird es das klassische Controlling bei der METRO perspektivisch nicht mehr geben. „Die Fähigkeit, mit Fakten, mit konkreten Zahlen und vor allem antizipierend die Geschäftssysteme zu gestalten – das ist die Zukunft“. Controller können den Weg in die entsprechenden Value-Creation-Teams finden; sie werden aber im Team nicht mehr unter der Controller-Bezeichnung geführt, sondern firmieren unter Value-Creation-Manager oder -Director. Zugleich wird Controlling zu einer Grundvoraussetzung für eine Manager-Karriere.

Für mich bestätigt das Interview mit Olaf Koch einen aktuellen Trend: Controlling wird immer wichtiger, der Bedarf an Controllern nimmt dagegen ab. Der Druck auf die Profession steigt.

Das gesamte Interview mit Olaf Koch in der Controlling & Management Review können Sie hier nachlesen.

Autor: Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber

 

 

 

 

 

 

Autor

Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber ist Direktor des Instituts für Management und Controlling (IMC) der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar. Im Rahmen seiner Forschungs­tätigkeit beschäftigt er sich mit der Untersuchung von organisationalen Veränderungs­prozessen und der Dynamik und Komplexität der Controllership.

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