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Ausgefeilter, mächtiger, vielseitiger: Warum es bei Controlling-Instrumenten auch des Guten zu viel sein kann

Controlling braucht gute Instrumente

Controller sind stolz auf ihre Instrumente. Die Toolbox ist immer praller mit immer besseren Instrumenten gefüllt. Schnell lassen wir uns von neuen Features und höherer Leistungsfähigkeit beeindrucken: Wer will nicht real-time simulieren können, wer nicht statt mit Erwartungswerten lieber mit Verteilungen rechnen?

Schnell schießt man dabei über das Ziel hinaus. Werfen wir nicht immer den Technikern vor, dass sie goldene Wasserhähne konstruieren, die keiner braucht? Oder sophistizierte Geräte, die kein Normalsterblicher mehr bedienen kann?

Es ist wie bei jedem Werkzeug: Ob ein Instrument nützlich ist, merkt man erst dann, wenn man es benutzt. Lässt man es im Schrank, weil man nicht damit umgehen kann, ist es nutzlos. So mancher Manager hält mehr von einer kurzen Payback-Periode als von einem hohen Kapitalwert. So mancher Manager kann auch nach Jahren der Nutzung nicht erklären, wie sich genau und warum ein EVA von einem CVA unterscheidet – ein einfacher EBIT ist ihm sowieso lieber. 

Verstehen Manager Instrumente nicht und verwenden sie trotzdem, können die Instrumente sogar schädlich sein, weil die Manager damit falsch entscheiden oder aber die Komplexität des Instruments nutzen, um ihre eigene Ziele darin zu verstecken. 

„Keep ist simple“ ist am Ende keine faule Ausrede von Controllern, die ambitionierte Instrumente selbst nicht begreifen, sondern eine durchaus weise Erkenntnis, zumindest, wenn es um Steuerungsinstrumente geht. 

Wer sich näher für das Thema interessiert, schaue gerne unter „Controlling-Instrumenten" in unseren Perspektiven vorbei. Dort findet er nicht nur einen ausführlicheren Text, sondern auch ein entsprechendes Erklär-Video.

Autor: Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber

 

 

Autor

Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber ist Direktor des Instituts für Management und Controlling (IMC) der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar. Im Rahmen seiner Forschungs­tätigkeit beschäftigt er sich mit der Untersuchung von organisationalen Veränderungs­prozessen und der Dynamik und Komplexität der Controllership.

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