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Drei Bildschirme im Verbund – Wie SAP Leitungsmeetings verändern will

Rouven Morato, Head of Enterprise Analytics, SAP

Berichte sind wesentlicher Inhalt von regelmäßigen Leitungsmeetings und zudem ein Kernprodukt von Controllern. Auf ihrer Basis schaffen Controller ein gemeinsames Verständnis der aktuellen Lage des Unternehmens. Mit Blick auf die zunehmende real time Verfügbarkeit von Daten über self service-Anwendungen stellt sich jedoch die Frage, ob dieses Kernprodukt der Controller nicht in Zukunft obsolet wird.

Eine mögliche Antwort auf diese Frage gibt die SAP mit ihrem „Digital Boardroom“. Rouven Morato, Leiter des Bereichs Enterprise Analytics, hat die Grundzüge des Ansatzes im gerade erschienenen Interview mit mir in der Controlling & Management Review vorstellt. Ausgangspunkt ist die Idee von drei großen Bildschirmen: Der Controller führt auf dem ersten Bildschirm wie bisher durch die vorbereitete Präsentation. Kommen Fragen zu den Zahlen, kann er zu ihrer Beantwortung real time auf alle Controllingsysteme zugreifen. Hierfür ist der zweite Bildschirm vorgesehen. Der dritte Bildschirm stellt die ausgewählten Zahlen schließlich noch in ihren jeweiligen Kontext; so erscheinen z.B. zu einem Ist-Wert die entsprechende Planzahl sowie die sie bestimmenden Einflussgrößen. 

Ich finde den Ansatz von SAP aus drei Gründen heraus sehr interessant: Erstens hilft die Präsentation autorisierter Informationen durch den Controller auf dem ersten Schirm dabei, trotz individuellem self service wie bisher eine gemeinsame Sicht der Manger entwickeln zu können. Zweitens besteht die Möglichkeit, bei Rückfragen sehr tief ins Detail zu gehen und dabei aktuellste Daten zu verwenden. Dies erlaubt fundierte Diskussionen und vermeidet es, Themen mangels Daten auf Folgesitzungen vertagen zu müssen. Die Zahlen in ihren relevanten Kontext zu stellen, beugt schließlich drittens einer selektiven Wahrnehmung vor und schafft Verständnis für Zusammenhänge. Die Informationen gemeinsam zu sehen, verspricht Informationsfülle ohne gleichzeitige Informationsüberflutung. Ich bin sehr gespannt, wie sich der Ansatz in der Praxis bewähren wird.

Das gesamte Interview mit Rouven Morato in der Controlling & Management Review können Sie hier nachlesen.

Autor: Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber

 

Autor

Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber ist Direktor des Instituts für Management und Controlling (IMC) der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar. Im Rahmen seiner Forschungs­tätigkeit beschäftigt er sich mit der Untersuchung von organisationalen Veränderungs­prozessen und der Dynamik und Komplexität der Controllership.

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